Als Immobilieninvestor könnte ich meine eigenen Objekte problemlos selbst mit dem Smartphone fotografieren - ich weiß genau, was ein gutes Immobilienfoto ausmacht. Trotzdem plane ich für jede meiner eigenen Vermietungen ein professionelles Shooting ein. Warum, erkläre ich in diesem Artikel so ehrlich wie möglich - inklusive der Fälle, in denen eigene Fotos völlig ausreichen.
Was mit dem Smartphone tatsächlich gut funktioniert
- Querformat statt Hochformat: Die meisten Portale zeigen Titelbilder im Querformat - ein simpler, oft übersehener Fehler bei Eigentümer-Fotos.
- Tageslicht statt Kunstlicht: Vormittags oder am frühen Nachmittag bei bedecktem Himmel fotografieren - direktes Sonnenlicht erzeugt harte Schatten, Deckenlampen einen Gelbstich.
- Aufräumen vor dem Auslösen: Der wirkungsvollste kostenlose Hebel überhaupt. Meine Shooting-Checkliste funktioniert für Eigentümer-Fotos genauso gut wie für ein Profi-Shooting.
- Gerade Linien: Auf Augenhöhe fotografieren statt von oben oder unten - schräge Wände und kippende Fensterrahmen wirken unbewusst unprofessionell.
Für eine WG-Zimmervermietung, eine kurzfristige Zwischenmiete oder eine erste Preiseinschätzung reichen saubere Handyfotos, die diese vier Punkte beachten, in der Regel völlig aus.
Wo der Unterschied zum Profi sichtbar wird
Der Unterschied zeigt sich nicht bei einem einzelnen Bild, sondern in der Summe: Eine professionelle Kamera mit Weitwinkelobjektiv zeigt einen Raum vollständiger, ohne ihn optisch zu verzerren. Belichtungsreihen gleichen den Kontrast zwischen dunklem Innenraum und hellem Fenster aus - mit dem Smartphone sind Fenster fast immer entweder überstrahlt oder der Innenraum zu dunkel. Und die Nachbearbeitung sorgt für gerade Linien, neutrale Farben und einen einheitlichen Look über die gesamte Bildstrecke, nicht nur bei einem Zufallstreffer.
Der eigentliche Punkt: Zeit und Verkaufsdruck
Der unterschätzte Faktor ist nicht die Bildqualität allein, sondern das, was dahinter steht. Ein Inserat mit schwachen Fotos bekommt weniger Klicks, weniger Anfragen und steht damit länger am Markt - jeder Tag länger bedeutet bei einer Vermietung entgangene Miete, beim Verkauf laufende Finanzierungskosten. Als Investor mit eigenem Bestand rechne ich das bei jeder Vermarktungsentscheidung mit ein: Die Kosten für ein professionelles Shooting amortisieren sich in aller Regel schon durch einen einzigen eingesparten Leerstandsmonat.
Meine Empfehlung, kurz zusammengefasst
Eigene Fotos: gut geeignet für kurzfristige, niedrigpreisige Vermietungen oder eine erste interne Einschätzung. Professionelle Fotografie: sinnvoll, sobald ein Objekt öffentlich vermarktet wird, ein realistischer Marktpreis erzielt werden soll oder ein Makler das Objekt professionell listet. Im Zweifel hilft das kostenlose Beratungsgespräch, um für Ihr konkretes Objekt ehrlich einzuschätzen, ob sich der Unterschied überhaupt auszahlt.
Häufige Fragen
Reicht ein gutes Smartphone-Foto für ein Exposé?
Was sind die häufigsten Fehler bei Eigentümer-Fotos?
Ab welchem Objektwert lohnt sich ein Profi definitiv?
Nicht sicher, was für Ihr Objekt reicht?
Ehrliche Einschätzung im kostenlosen Beratungsgespräch - auch wenn die Antwort "Smartphone reicht" lautet.